Mittwoch, 27. Juli 2016

Upcycling Herrenhemd 2: aus Hemd wird Hose

Wer meinen Blog ab und zu verfolgt wird es schon wissen: ich liebe es aus alten Kleidungsstücken neue zu nähen. Vor allem wenn diese Kleidungsstücke bereits eindeutig ausgedient haben. Im Kleiderschrank meines Mannes gibt es eine Ecke mit Hemden die er nicht mehr in die Arbeit tragen kann. Hier darf ich mich frei bedienen - und habe das in den letzten Wochen zwei Mal genutzt. Beide Male meinte mein Mann hinterher: "Das war wirklich mal ein Hemd von mir? Erkennt man gar nicht wieder".

Das erste Projekt habe ich letzte Woche vorgestellt: den Malkittel für die Schule.
Parallel dazu habe ich es endlich geschafft, die Cargohose kleinJuist (erschienen bei Farbenmix) für meinen Kurzen zu nähen. Eigentlich könnte er gut noch ein paar kurze Hosen gebrauchen. Spätestens nächsten Sommer gibt es auch noch eine aus festerem Stoff. Fürs erste ist es eine hauch dünne bügelfreie ;-) "Sonntagshose" geworden:
 
mit Fake-Reißverschlussöffnung, Einstecktaschen vorn und Cargo-Taschen auf den Seiten

und einer verschließbaren Po-Tasche hinten

die Kniepartie hat Abnäher (eine von drei Varianten), den möglichen unteren Beinabschnitt habe ich weg gelassen.






Ingesamt hat der Stoff des Kurzarm-Hemdes gerade so gereicht. Eigentlich wollte ich zwei Po-Taschen nähen und die Knöpfe und Knopflöcher der Knopfleiste vom Hemd nutzen. Aber beim Annähen der ersten stellte ich fest dass ich am oberen Rand der Knopfleiste mehr Stoff hätte lassen sollen und es so recht knapp wurde. So blieb es bei einer Tasche.
Beim Nähen des Gummi-Bündchens habe ich dann nicht mehr so genau gelesen und das Gummi komplett durchgezogen. Es hätte wohl noch etwas professioneller ausgesehen wenn ich wie vorgesehen nur links und rechts vom Fake-Reißverschluss ein Stück Gummi eingezogen hätte. Das nächste Mal mach ich das dann so!

Der Kurze ist jedenfalls hoch zufrieden und stolz wie Oskar mit Papas Hemd durch die Gegend laufen zu dürfen :-).

verlinkt bei afterworksewing


Mittwoch, 20. Juli 2016

Upcycling Herrenhemd 1 - ein Malkittel für die Schule

Meine Große kommt in wenigen Wochen in die Schule. Auf der Liste der Dinge die dafür benötigt werden steht auch "Malkittel - freiwillig".
Da ich ungern selbst genähte Kleidung mit Wasserfarben-Flecken sehen möchte, haben wir uns gemeinsam ans Werk gemacht und eines von Papas ausrangierten Hemden verschönert.
Hier kommt eine Kleine Bilderserie, die erkennen lässt was gemacht wurde:

 Als erstes habe ich dem Kind das Hemd angezogen und mit Augenmaß (es soll ja eine Weile passen) Ärmel und unteren Saum gekürzt.
Im zweiten Schritt haben wir gemeinsam die Rückenpartie des Hemdes bemalt. Mir war wichtig, dass ihr Name gut zu erkennen ist - damit es keine Verwechslung geben kann.
 Zum Schluss habe ich an Arm- und Halsausschnitten Bündchen angenäht und mich dabei an ihren normalen Maßen orientiert.
 Den Saum ziert ein Schmetterlings-Stichmuster - passend zu den Schmetterlingen die einfach gerade überall sein müssen (auch auf dem Schulranzen finden sie sich).
 Von Hinten ist der Kittel nach wie vor mit den Knöpfen schließbar.
Damit es aber auch einfacher und allein geht, habe ich oben zwei Streifen Klettverschluss angebracht.

Jetzt bin ich gespannt wie das Hemd aussieht wenn es nächstes Jahr ungefähr um diese Zeit vermutlich für die Sommerferien wieder mit nach Hause gebracht wird :-).
Zugegeben: es ist auch nicht sonderlich dick. Aber es ist ja nur ein "Notfallschutz".
In ein paar Wochen wandert der Kittel - so der Plan - in die Schmetterlings-Schultüte (im Kiga selbst gebastelt). Fertig hat sie ihn nämlich noch nicht gesehen und er ist schön leicht!

verlinkt bei afterworksewing

Mittwoch, 13. Juli 2016

Herbstgold im Sommer


In aller Regel kaufe ich Stoff ganz gezielt für ein bestimmtes Projekt. Das muss nicht heißen, dass das Projekt auch sofort umgesetzt wird - manchmal wird doch etwas ganz anderes daraus oder erst Monate oder Jahre später. Meist habe ich dabei zuerst das Projekt im Kopf und suche dann nach einem passenden Stoff. Dieses Mal war es genau anders herum. Als bei Hamburger Liebe die Eden-Stoffe veröffentlicht wurden, hatte es mir einer von an Anfang an besonders angetan. Ich hatte auch sofort ein Sommerkleid im Kopf. Lange "schlich" ich um den Stoff herum (im Internet...) und traute mich nicht. Rot ist meine Farbe - aber im Stoff ist so viel orange und gelb... Ob mich das blass aussehen lässt? Ich wartete sehnsüchtig darauf dass in den Linkpartys die ersten knall bunten Sommerkleider erscheinen würden - am besten hätte eines genau mein Design so dass mir die Schnittmusterwahl leichter fallen würde. Leider vergebens. Der Sommer ließ auf sich warten und mein Design habe ich irgendwie außer bei den Designbeispielen von Hamburger Liebe nicht für Erwachsene vernäht gesehen - schon gar nicht als Kleid. Aber der Gedanke ging mir nicht aus dem Kopf und so machte ich mich auf den Weg zum nächstgelegenen Stofflädchen und erstand 1,5m. Da ich mir nicht vorstellen konnte den gemusterten Stoff mehrfach zu zerschneiden und ich außerdem angesichts des Preises nichts verschneiden wollte, nutzte ich das Schnittmuster Herbstgold von die-wilde-matrossel, das mir schon beim ersten Kleid so gut gefiel. Und ich bin auch dieses Mal restlos begeistert!


da hat sich doch jemand aufs Selbstauslöser-Foto geschlichen :-)



Für das Kürzen der Ärmel habe ich mich am Schnittmuster "Frau Emma" orientiert (hier gezeigt). Um das Kleid bei mir nicht zu blass wirken zu lassen habe ich die Säume an Hals und Ärmeln mit einem weißen Jersey als Bündchen versehen. Man könnte am Halsausschnitt noch ein Band einziehen - es ist aber nicht nötig und deshalb habe ich es auch noch nicht getan. Den Rocksam ziert ein einfacher Rollsaum - weiß wie an den anderen Abschlüssen, unkompliziert und unauffällig.

Beim letzten Bild blitzt die Tasche hervor, die ich in die Seitennaht eingenäht habe. Ich habe mich an das Experiment gewagt weil ich in der Arbeit (und eigentlich auch zu Hause) immer einen Schlüssel in der Tasche habe. Ohne stehe ich vor verschlossenen Türen. Bei Sommerröcken und -kleidern habe ich immer das Problem dass ich den Schlüssel nicht wie gewohnt bei mir tragen kann. Ich habe immer Sorge dass ich irgendwann ohne meinen Schlüssel raus gehe. Die Tasche habe ich aus Futterstoff genäht und bewusst klein gehalten. Sie hätte etwas größer sein können (so passt meine Hand kaum rein) und meine Schlüssel sind grenzwertig schwer, so dass ich spüre wie sie mir das Kleid nach unten ziehen, aber es geht.

Fazit: endlich ein Sommerkleid in dem ich mich pudelwohl fühle! Es werden weitere folgen - aber wohl nicht dieses Jahr ;-)

verlinkt bei Afterworksewing und MeMadeMittwoch

Dienstag, 12. Juli 2016

Upcycling

In den letzten Wochen kam ich einfach nicht zum Bloggen. Zwei Wochen lang standen meine Nähmaschinen verwaist im Keller und dann gab es zwar neue Ergebnisse aber keine Fotos und letztendlich keine Zeit zum Bloggen. Aber jetzt sind wieder Fotos zum Vorzeigen da!

Vor etwas mehr als einem Jahr entstand dieses Shirt für mich:
Von Anfang an war ich nicht recht zufrieden damit. Es wirkte doch zu sehr wie ein Schlafanzug-Oberteil... und dafür war mir der Stoff und der Nähaufwand zu schade. Ziemlich schnell habe ich den Kragen geändert und aus dem blauen Jersey neu angenäht. Aber zufrieden war ich immer noch nicht. Ein so großes Herz passt einfach nicht auf ein Shirt für mich.
Als dann diesen Frühling klar wurde dass das Erdbeershirt der Großen leider zu klein war und sie soooo gern ein neues Erdbeer-Shirt haben wollte, war das für mich der Anstoß, mein Shirt zu verwenden.
Das ist das Ergebnis:


Das Schnittmuster ist wieder das Easy-Peasy-T-Shirt von Stoffwechsel, das es letztes Jahr als Freebook gab, genäht in Gr. 128 - damit es dieses Mal länger passt. Die Herz-Applikation war das Maß dafür wie ich das Schnittmuster aufgelegt habe. So konnte ich es fertig appliziert wieder verwenden. Für alle Bündchen konnte ich das Blau von meinem Shirt bzw. einen noch vorhandenen Stoffrest nutzen.

Übrig blieben zum Schluss die Ärmel. Ich hatte sofort den Gedanken, daraus eine 3/4-Leggins zu nähen. Das Schnittmuster der Leggins LittleLegLove von Nemada in Größe 116 passte bis auf ein kleines Eckchen gerade auf die Ärmelstücke. Das Eckchen habe ich dann mit einem Rest vom Erdbeer-Stoff zugenäht. Oben noch ein Bündchen dran - die vorhandenen Bündchen vom Abschluss der Ärmel habe ich einfach dran gelassen - und die Leggin war fertig (ganz so schnell ging es nicht; das Teil lag wochenlang ohne Bündchen im Keller....).







Die Leggin ist beim Anziehen ein bißchen eng da sie entgegen dem Fadenlauf zugeschnitten ist. Ärmel haben einfach einen anderen Fadenlauf als Hosenbeine... Aber so passt sie gut und wird gern getragen - besser als wenn ich die Ärmel hätte wegschmeißen müssen oder das Shirt bei mir nur im Schrank liegen würde!


verlinkt bei creadienstag und dienstagsdinge