Mittwoch, 13. April 2016

Traktor-Set oder: was man aus 0,5m Stoff alles machen kann

Schon im letzten Sommer sah ich bei einem meiner seltenen Besuche im örtlichen Stoffladen einen süßen Traktor-Stoff. Wie geschaffen für meinen großen Traktor-Fan! Ich entschied mich für die Stoff-Kombination petrol/türkis-rot.

Im August nahm ich mir den Stoff vor und schnitt alle Teile zu: zwei T-Shirts und eine Jacke.



Die T-Shirts waren schnell genäht - eines für meinen Sohn und eines für seinen Krabbelgruppenfreund (leider habe ich das Fotografieren verpasst...) zum gemeinsamen Einstieg in die Kita. Um Stoff zu sparen gab es nur einen Ärmel aus dem Traktor-Stoff, einen Streifen entsprechend dem Musterverlauf vorn und eine Hälfte des Rückens. Genäht habe ich zwei Mal Gr 98 nach dem Schnittmuster Family Basic von Basamba . Als Kombi-Stoff diente mir ein roter Jersey vom Stoffmarkt, den ich auch zum Versäubern des Halsausschnittes verwendet habe.

Dann kam der Winter und die Jacke lag immernoch zugeschnitten im Schrank. Aber im Winter braucht man keine Jersey-Ärmel-Jacke... Jetzt im Frühling hatte ich es dann ganz eilig mit der Fertigstellung: ich stellte fest dass ich den JaWePu in 98 zugeschnitten hatte - und der Kurze trägt bereits Kaufgröße 98/104 bei Oberteilen! Aber dank etwas längerem Bündchen am Arm ist es an den Ärmeln fast noch zu lang. An den Taschen habe ich übrigens ein Stück türkisen Sweat in genau der richtigen Farbe gefunden und ich war glücklich, als mir der gut abgelagerte gestreifte Bündchenstoff in die Hände fiel. Er passt in meinen Augen perfekt. Der Kombistoff ist ein roter Sweat der hier jetzt schon des öfteren aufgetaucht ist. Es ist der Rest eines gelungenen Kaufes beim Lagerverkauf von Käthe Kruse (das es inzwischen nicht mehr an dem Standort gibt).

 



Irgendwann zwischen den beiden Oberteilen war ich im Unterhosen-Näh-Rausch. Und so entstand für die komplette Kombi aus den allerletzten (zusammengestückelten) Resten eine Jungs-Unterhosen aus der Kombination von mehreren Freebooks.

verlinkt bei Schnabelina, afterworksewing,  made4boysund Nähfrosch



Freitag, 8. April 2016

Herzgewand in klein

Freitage sind ja eigentlich immer Grund zum Freuen. Aber heute ist ein besonderer Freutag, denn meine Schwester besucht uns mit ihrer Familie auf der Durchreise. Erst gestern feierte ihre süße kleine Tochter ihren 1. Geburtstag. Grund genug für mich, die Osterferien für ein Projekt zu nutzen, das ich schon lange im Kopf habe: ein Herzgewand in Gr. 86 (leider steht das Freebook zur Zeit nicht mehr zum Download zur Verfügung). Da die Kleine (bis jetzt noch, wer weiß was noch kommt) die einzige Cousine meiner Großen ist, wollte ich die eine Seite im Partnerlook zum Herzgewand meiner Tochter (Gr. 122) nähen. Der Stoff hat gerade noch so gereicht!



Für die Rückseite hatte ich schon lange die Idee, alte Jeans zu verwenden die mir meine Schwester mal von sich und ihrem Mann zum Nähen zur Verfügung gestellt hatte. Ein paar Mal habe ich schon Teile davon verwendet (siehe hier und hier). Für das Kleidchen wollte ich keine noch am Stück vorhandene Jeans anschneiden und habe mich deshalb dazu entschieden, alle kleinen Reste zu verwenden. Es bot sich an, die Stücke mit mädchenhaften Verzierungen versehen aneinander zu nähen. Ich nähe so gerne Jeans! Das Material lässt sich super nähen, jede Jeans ist doch etwas anders und so ergibt gerade so ein Zusammenmixen ein interessantes Muster. Außerdem ist es trotz vorhandener Struktur so neutral dass jedes Zierelement passt.
An Stelle von Knöpfen habe ich mich dieses Mal für KamSnaps entschieden. So konnte ich zwei Knöpfe übereinander anbringen (damit das Kleid ein bißchen mit wächst) ohne gleich mehrer Knöpfe übereinander nähen zu müssen oder es irgendwo stört.




verlinkt bei Freutag und Nähfrosch

Mittwoch, 30. März 2016

Herbstgold für den Frühling

Irgendwann Ende des letzten Jahres wanderte das eBook Herbstgold von "die wilde Matrossel" in meine Schnittmuster-Sammlung als es gerade kostenfrei bei Makerist zu bekommen war. Ich habe festgestellt, dass meine Lieblingsshirts im Schrank fast alle Raglanshirts sind - also war ich gespannt auf Herbstgold. In den letzten Wochen war die Zeit zum Nähen rar aber an einem Samstag habe ich es tatsächlich geschafft, nebenher das Schnittmuster auszuschneiden und den Stoff zu zuschneiden. Am Abend habe ich mich an die Nähmaschine gesetzt und weil tatsächlich mal alles ohne Probleme klappte, hatte ich noch am gleichen Abend ein fertiges Kleid in den Händen.
Ich bin begeistert vom Ergebnis:

 


Das Oberteil sitzt leider doch ein bißchen enger als es sein sollte... Das nächste Mal werde ich da etwas mehr Stoff einrechnen.
Der Stoff ist ein dünner blau-weiß gestreifter Baumwoll-Sweat von Stoffe.de. Ich bin sehr zufrieden mit der Wahl - der Stoff hängt kaum und trägt sich sehr angenehm. Für den Saumabschluss unten hat mir mein Mann zu rot geraten - in Kombination mit einer roten Schleife. Das nächste Mal würde ich anders zuschneiden (nicht wie ein Bündchen) - dann fällt es sicher noch besser, aber das Ergebnis gefällt mir sehr gut. An den Ärmeln und am Hals habe ich den blauen Sweat von der Innenseite her verwendet.

verlinkt bei afterworksewing und memademittwoch

Sonntag, 13. März 2016

Fehmarn die zweite

Eigentlich würde ich am liebsten Mittwochs posten und zum "afterworksewing" verlinken. Aber das schaffe ich gerade nicht. Da sich aber noch einige ungezeigte Projekte bei meinen Fotos tummeln, gibt es jetzt mal einen Post am Sonntag.

Gezeigt wird heute das Geburtstagsgeschenk für meinen Mann. Eigentlich könnte man sagen dass ich etwas unkreativ war - er bekam das zweite Jahr in Folge eine Fehmarn-Jacke (erschienen bei Farbenmix) geschenkt. Andererseits trägt er die erste so gerne dass die zweite überfällig war. Den Strickfleece für die seit langem geplante Jacke hatte ich schon im letzten Frühling bei Michas Stoffecke gekauft. Nach dem Kommentar "Du hast ja keine Zeit für mich zu nähen, anderes ist immer wichtiger" habe ich mich dann auch ganz schnell dahinter geklemmt und die Jacke endlich  fertig genäht -  obwohl ich dazu meine erste Nähmaschine (eine Singer vom Discounter) wieder aktivieren musste weil ich meine W6N5000 zum ersten Mal zur Wartung geschickt hatte.

Dieses Mal habe ich leider keine Tragefotos (obwohl die Jacke gern getragen wird...). Aber dafür ein Paar Detailfotos:




Dieses Mal habe ich mich für eine andere Variante entschieden: ohne Kapuze und mit seitlichen Eingriff-Taschen. Vom letzten Mal habe ich gelernt dass die Ärmel ein ganzes Stück länger sein dürfen und auch die Jacke selbst habe ich nach unten verlängert. Am Kragen oben und am Bündchen habe ich eine Reflektorpaspel eingenäht um einen kleinen Akzent zu setzen. Außerdem habe ich mit blauem Jersey und blauem Sweat abgesetzt. Bei der Passe an der Schulter habe ich mich für eine blaue Fake-Pasepel entschieden. Zuerst hatte ich überlegt sie am Rücken zu wiederholen, habe mich dann aber dagegen entschieden.

Mittwoch, 2. März 2016

Blumenmädchen-Outfits

Als meine Schwester irgendwann im Laufe des letztens Jahres ankündigte, dass sie sich an ihrer Hochzeit Blumenkinder wünschen würde, war ich sofort Feuer und Flamme. Es war klar dass die Blumenkinder aus zwei Mädchen und vier Jungs bestehen würden. Und für zwei Mädchen müsste es doch gut möglich sein gleiche Kleidchen zu nähen! In waiser Voraussicht setzte ich meine erste Idee schon im April um und nähte ein Schnabelina Kapuzenkleid aus Webware mit von mir leicht verändertem Schnitt.
Viele Überlegungen und langes Surfen nach dem schönsten Stoff weiter begann ich Mitte Dezember ausgestattet mit Stoff von buttinette mit dem Nähen.
Heraus gekommen sind zwei Outfits in Größe 116, wobei das eine Outfit im Brustbereich um satte 7 cm schmaler ist als das für meine Tochter (und die ist wirklich nicht breit!)!

Schnabelinas Kapuzenkleidchen mit verändertem Halsausschnitt, am Hals und in der Taile habe ich ein selbst gemachtes Paspelband eingefasst

Bolero von lillesol&pelle in Gr 122 aus Strick-Paillettenstoff eingefasst mit Satin-Schrägband, die Ärmel von Hand umgenäht

Schnabelina Body unten offen und am Hals an das Kleid angepasst, am Hals versäubert mit Jersey-Schrägband und am Bund und an den Ärmeln mit Rollsaum versehen
Ich muss zugeben: ein bißchen stolz bin ich schon auf das Gesamtwerk. Hier auf den Fotos sieht man nicht wirklich wie viel Zeit und Gedanken drin stecken (sicher so viel Zeit für die Planung im Kopf wie Zeit an der Nähmaschine).

Und jetzt zur Beschreibung der Einzelteile:

Das Kleid ist wie gesagt ein verändertes Schnabelina Kapuzenkleid. Das Oberteil ist gedoppelt genäht, so dass innen keine Nähte zu sehen sind. Das Kleid schließt mit einem nahtverdeckten Reißverschluss. Um Halsausschnitt und den Übergang zwischen Oberteil und Rock von einander abzusetzen, habe ich ein selbst genähtes Paspelband eingearbeitet. Der Saum besteht aus einer 1,5 Mal so langen Stoffbahn, die ich Rockbahn für Rockbahn gekräuselt habe. Der eine Rock ist etwas länger da das zweite Mädchen etwas größer (aber schmaler) ist als meine Tochter.





Für das Shirt habe ich das Schnittmuster vom Schnabelina-Body am Halsausschnitt dem Halsausschnitt vom Kleid angepasst. Für den Abschluss habe ich dann Jersey-Schrägband verwendet und mit einem elastischen Stich angenäht, so dass der Halsausschnitt komplett unter dem Kleid verschwindet. Die Ärmel sind gedoppelt: roter Jersey und Spitze darüber. Der untere Saum ist ein Rollsaum (da das Kleid an der Stelle weit ist trägt es nicht auf).



Beim Bolero habe ich wirklich länger überlegt ob ich ihn überhaupt nähen soll. Tatsächlich wurde er auch nur kurz getragen. Ich entschied mich dann dazu, es mit dem Bolero für meine Tochter zu versuchen weil der Pailletenstoff so gut zur Hochzeit im Winter passte. Es war UNGLAUBLICH viel Arbeit, alle Nahtzugaben und Schnittkannten zunächst von den Pailletten zu befreien (und ich glaube in meinem Nähzimmer liegen immer noch welche auf dem Boden). Aber das Ergebnis hat mich total überzeugt. Und so musste ein zweiter Vormittag investiert und der zweite Bolero genäht werden. Genäht ist der Bolero nämlich total schnell. Ich habe mich für die einlagige Variante entschieden und mit einem Satin-Schrägband gesäumt - das klappt super. Auf einen Knopf habe ich letztendlich verzichtet - ich finde es in diesem Fall schöner so. Die Ärmelsäume waren dann wieder etwas aufwendiger: ich habe sie von Hand umgenäht um nicht über Pailletten zu nähen.



So, genug der Bilderflut! Die Hochzeit war traumhaft - aber gute Fotos von den beiden Outfits sind mir leider durch die Lappen gegangen ;-). Zum Glück habe ich vorher schon ein paar Fotos gemacht (ohne die feine weiße Strumpfhose und die süßen weißen Balerinas allerdings...).

Übrigens gab es für die beiden kleinen Schwestern noch passende Haarbänder (die sie allerdings nicht im Haar behielten) und für die kleinen Herren Einstecktücher fürs Sacko aus dem Stoff der Kleider.



verlinkt bei Schnabelina, AfterWorkSewing und Nähfrosch

Freitag, 29. Januar 2016

lillesol basic No 44 Sommerhose für Jungs

HIER gehts lang zum Abstimmen für den Nähwettbewerb! Es wäre echt toll wenn ich noch ein paar Stimmen bekommen könnte - auch wenn mir klar ist dass ich in der Abstimmung nicht gewinnen kann.

EIGENTLICH hab ich ja grad gar keine Zeit für einen zweiten Blogeintrag innerhalb einer Woche. ABER der Nähwettbewerb von lillesol & pelle läuft nur noch bis Sonntag und ich muss doch unbedingt noch mein zweites Werk verlinken!

Tatsächlich war es sogar meine erste Idee - ich war nur lange nicht sicher ob ich es schaffen würde sie umzusetzen. Hier ist sie:



Eine lillesol basic No 44 Sommerhose als Capri interpretiert für Jungs (namentlich meinen Neffen, der diesen Blog zum Glück nicht ansieht) in Gr. 122 aus Jeans.
Meine Schwester gab mir vor einiger Zeit eine große Tüte alter Jeans von ihrem Mann und ihr selbst. Als nun der Nähwettbewerb ausgeschrieben wurde und ich eigentlich gar keine Zeit für zusätzliche Nähprojekte hatte, beschloss ich meinem Neffen zum Geburtstag eine Hose aus den alten Jeans seiner Eltern zu nähen. So habe ich gleich ein Geburtstagsgeschenk. Als ich meine Schwester nach Vorlieben ihrer Söhne fragte ohne zu erwähnen was genau ich vor hatte, sagte sie mir dass sie erst kürzlich Cars-Applikationen von einer kaputten Jeans abgeschnitten hatte. Ich war begeistert - denn das passt ja noch besser zum Jeans-Recycling Projekt des Nähwettbewerbs!
Verwendet habe ich Stücke aus drei Jeans + Applikationen: vorne oben Mamas Hose, hinten und vorne unten zwei verschiedene Hosen vom Papa inklusive vorhandener Taschen und Passe. Am Bund habe ich mich für einen Gummizug im Jersey-Tunnel entschieden. Für die Beinabschlüsse hatte ich noch ein Stück Cars-Jersey von einem anderen Nähprojekt für meinen zweiten Neffen übrig. Hier habe ich ein Gummi eingenäht.

 
 
 

Meine Kinder spielten Model. Vor allem der Kurze (er trägt eigentlich Gr 92/98 bei Hosen...) wollte unbedingt und hatte viel Spaß dabei!

Ab 01.02.16 kann abgestimmt werden. Ich würde mich ja total freuen wenn ich mit einem meiner beiden Projekte etwas gewinnen könnte. Das hier ist übrigens mein erster Beitrag (für die die es nicht gesehen haben):


verlinkt bei lillesol&pelle, made4boys, Freutag

Mittwoch, 27. Januar 2016

AnniNanni-Kleid mit langen Ärmeln

Als Annika von AnniNannis im November die Ärmelerweiterung für das AnniNanni-Kleid probenähen lies wäre ich gerne dabei gewesen. Aber es war ganz gut dass ich nicht genommen wurde. Es dauerte nämlich noch eine ganze Weile bis ich einen Stoff gefunden hatte der meinen Vorstellungen entsprach. 
Gekauft habe ich letztlich einen Jaquard-Jersey von Alles-für-Selbermacher. Zwar mit viel Polyester-Anteil (das wollte ich eigentlich nicht), aber für einen günstigen ersten Teststoff hab ich das in Kauf genommen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden:

der Schnee bot sich zum Fotografieren an


Der Tellerrock ist einfach toll!
 
von vorn
von hinten

Für den Kragen hatte ich mir von Anfang an einen Loop-Kragen vorgestellt. Ich mag es wenn der Kragen ein bißchen kuschelig ist ohne eng anzuliegen. Außerdem kann man sich so das Umnähen oder füttern sparen. Fehlte nur noch ein passender Stoff. Der fand sich in meiner Restekiste. Vor vielen vielen Jahren habe ich meinen Schwestern Schals zu Weihnachten genäht. Und dieses Stück ist dabei übrig geblieben. Es passte perfekt!
Damit ich das Kleid gut mit Strumpfhosen tragen kann ohne dass es hängt habe ich den Rock gefüttert. In der hinteren Mitte habe ich ein Stück offen gelassen - denn den Reißverschluss habe ich mir gespart und man muss das Kleid ja noch anziehen können.